Wie Start-ins die digitale Transformation in Unternehmen verändern und verbessern

Der Mittelstand ist nach wie vor auf der Suche nach den erfolgversprechendsten Ansätzen für die digitale Transformation: Am besten sollen Innovationen mit einer gehörigen Portion Start-up-Spirit vorangetrieben werden. Schließlich gelten Start-ups als wichtiger Motor der Digitalisierung. Und das zu Recht. Mit einem neuen Innovationskonzept können aber auch etablierte Unternehmen ihre Digitalisierungs- und Innovationsprojekte so schnell, schlank und kundenorientiert vorantreiben wie Start-ups – wenn nicht sogar besser. Dieser Innovationsansatz heißt „Start-in“, geprägt vom Dortmunder Digital Hub Logistics. Dabei handelt es sich um Digitalteams in Unternehmen, die mit besonderen Freiheiten ausgestattet sind und eine besondere Vorgehensweise an den Tag legen.

Grundsätzlich sind Digitalisierungsunits oder Digitalbeauftragte in Unternehmen heute nichts Neues mehr. Doch damit diese erfolgreich sind, gilt es einige Hürden zu überwinden: Denn die Digitalteams arbeiten in der Regel an Produkten und Geschäftsmodellen, die das Kerngeschäft des Unternehmens potenziell in Frage stellen. Schnell geht dann das Gespenst der Kannibalisierung um und gute Ideen verschwinden in der Schublade. Zudem folgen die Digitalteams oft noch tradierten Innovationsprozessen. Die mögen das Unternehmen in der Vergangenheit groß gemacht haben. Doch inzwischen geht Innovation anders. Und genau das ist der Kern des Innovationsansatzes „Start-in“: Er setzt auf den heute notwendigen Start-up-Spirit – sowohl auf methodischer als auch auf kultureller Ebene.

Die neue Innovationsformel: Start-in = Start-up + im Unternehmen

Anders als herkömmliche Digitalunits arbeiten echte Start-ins unabhängig vom Tagesgeschäft und räumlich getrennt von der Muttergesellschaft in einem Umfeld, das Innovation treibt. Innovationscoaches aus der Wissenschaft begleiten und befeuern den Innovationsprozess und setzen dabei neuestes Methoden-Know-how und hoch aktuelle Technologien ein. Zudem wählen sie passgenaue Innovationsbausteine aus, die das Start-in benötigt, um neue digitale Produkte zu entwickeln oder entsprechende Geschäftsmodelle aufzusetzen. Mit einem Start-in bringt ein Unternehmen so Technologie und Geschwindigkeit zusammen und treibt die digitale Transformation mit den Mitteln eines Start-ups voran.

Dabei sind Start-ins den – vermeintlich – agileren und schnelleren Start-ups in vielen Belangen sogar überlegen. Denn die selbstständigen Digitalunits der Mittelständler verfügen über ihre Muttergesellschaften über den Zugang zum Markt und über ein Vertriebsnetz – beides klassische Handicaps für junge Unternehmen. Start-ins jedoch haben so die Möglichkeit, ihre Innovationen direkt zum Kunden zu bringen und wirtschaftlich erfolgreicher zu sein.

Ein Unternehmen, das den Weg der digitalen Transformation mit einem Start-in geht, transportiert gleichzeitig ein neues Selbstverständnis: Mit der neuen Herangehensweise an die Digitalisierung ist ein wichtiges Signal für Unternehmen, Mitarbeiter, Kunden und Stakeholder verbunden – nämlich die Bereitschaft, Neues zu wagen und sich konsequent an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren.

Wie Unternehmen ein Start-in erfolgreich machen

So verändern Sie Innovationsprozesse in Ihrem Unternehmen für immer:

1_Sorgen Sie dafür, dass Ihr Start-in klare Ziele hat. In Bezug auf die Zielstellung und in Abhängigkeit zu firmeninternen Kapazitäten und Fähigkeiten kann ein Start-in zum einen das klare Ziel haben, eine bestimmte Anzahl an Innovationen selbst zu entwickeln. Zum anderen kann das Start-in Partnermanagement betreiben und somit aktiv und professionell Start-ups scouten. Grundsätzlich muss die Muttergesellschaft berücksichtigen, wie sich ein Start-in am besten in die Unternehmensstrukturen einfügt.

2_Geben Sie Ihrem Start-in einen eigenen Namen. Denn der eigene Name schwört das Team auf die gemeinsame Idee oder Vision ein und hilft ihm, sich frei zu entfalten. In jedem Fall erhöhen ein eigener Name und ein eigenes Logo auch die Sichtbarkeit des Innovationsteams im Mutterkonzern. Die Rechtsform des Start-ins ist dabei kein entscheidendes Kriterium: Start-ins können sowohl als interne Einheit im Unternehmen verbleiben als auch als eigene Gesellschaft ausgegründet werden.

3_Verleihen Sie Ihrem Start-in Flügel. Um Ideen umzusetzen, müssen Start-ins die notwendige Entscheidungsfreiheit und nicht zuletzt auch ein eigenes Budget erhalten.

4_Statten Sie Ihr Start-in mit mindestens mit zwei Mitarbeitern aus. Diese sollten in Vollzeit an einem gemeinsamen Ort bzw. zusammen in einem Büro arbeiten. Sofern Mitarbeiter aus der Muttergesellschaft in das Start-in übergehen und dies nicht von Beginn an in Vollzeit möglich ist, hat es sich bewährt, in der Übergangsphase bis zur Vollzeit feste Tage zu definieren, in denen die entsprechenden Mitarbeiter nur für das Start-in tätig sind.

5_Sorgen Sie für ein Arbeitsumfeld, das Innovation treibt. Die Nähe zu wissenschaftlichen Einrichtungen mit erfahrenen Forschern, hungrigen Talenten und wissbegierigen Studierenden wirkt oft wie ein Katalysator für die Arbeit des Start-ins. In einem solchen Innovationsökosystem kommen Start-ins automatisch mit neuestem Methoden-Know-how und hoch aktuellen Technologien in Kontakt. Das beflügelt die Kreativität und bietet einen erheblichen Wissensvorsprung.

6_Geben Sie Ihrem Start-in volle Rückendeckung. Start-ins brauchen die Unterstützung der Geschäftsführung bzw. den direkten Kontakt zur Entscheiderebene. Besonderes Know-how über die Wertschöpfungsstruktur der Muttergesellschaft und Einblick in interne Prozesse sowie das Wissen um interne Herausforderungen sind essentiell, damit Innovationen später erfolgversprechend in die internen Strukturen aufgenommen werden können.

7_Binden Sie Ihr Start-in weiterhin in operative Tätigkeiten ein. Start-ins müssen regelmäßig mit (operativen) Mitarbeitern der Muttergesellschaft zusammenarbeiten. Denn diese sind sowohl mit internen Prozessen als auch mit aktuellen Produkten und Services bzw. den Anforderungen von Kunden vertraut. Start-ins erhalten durch die Zusammenarbeit wichtige interne „Realinformationen“. Dabei können sie über die entsprechend operativ tätigen Mitarbeiter auch die Akzeptanz des Start-ins und seiner Tätigkeiten steuern.

8_Stoßen Sie kulturelle Veränderungen im gesamten Unternehmen an. Die Einbindung von Mitarbeitern der Muttergesellschaft in Digitalisierungsprojekte kann eine kulturelle Herausforderung darstellen und sollte nicht unterschätzt werden. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Aktivitäten des Start-ins stark von denen der Muttergesellschaft abweichen oder einen Einfluss auf die „klassischen“ Prozesse am Hauptstandort haben. Deshalb gilt es, gerade langjährige bzw. ältere Mitarbeiter zu motivieren, damit sie einmal mehr einen wertvollen Beitrag zu zukunftsweisenden Aktivitäten des Unternehmens leisten können.

Praxis bestätigt den Erfolg des Konzepts

Der Digital Hub Logistics hat den Innovationsansatz des Start-ins nicht nur entwickelt, sondern setzt ihn mit seiner Start-in Factory vor Ort in Dortmund um:

> mit eigenen Innovationscoaches und Innovationsbausteinen,

> einem Coworking-Space und

> Community-Unterstützung.

Der Arnsberger Lagertechnik-Spezialist META-Regalbau, der Maschinen- und Anlagenbauer BEUMER aus Beckum sowie der Anbieter von Lösungen im Bereich der Trinkwasserversorgung BEULCO aus Attendorn – die allesamt zu den „Hidden Champions“ ihrer Branche gehören – nutzen das Angebot beispielsweise im Rahmen von (Jahres-)Mitgliedschaften.

Vom Aufbau strategischer Partnerschaften über die „digitale Veredelung des Portfolios“ bis hin zur Entwicklung einer neuen digitalen Marke: Jedes der Start-ins verfolgt einen anderen Ansatz – und jeder für sich ist stimmig, da er mit den jeweiligen Innovations-, Digitalisierungs- und Unternehmenszielen korrespondiert. Eine solch hohe Flexibilität unterstreicht einmal mehr die besondere Eignung des Innovationsansatzes „Start-in“ für die digitale Transformation.

Gerade erst haben Start-ins aus dem Hub im Rahmen einer Veranstaltung des Transferverbundes Südwestfalen andere Unternehmen über die Mehrwerte des Ansatzes und der Zusammenarbeit mit dem Hub informiert. Wer Interesse an den konkreten Erfahrungen hat, findet den Bericht dazu hier.

Kontakt zu Maria Beck vom Digital.Hub Logistics

Maria Beck ist Managerin des Digital Hub Logistics, einem von zwölf Hubs der de:hub-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, 2019 ausgezeichnet als bester Digital Innovation Hub (DIH) in Europa. Mit der Start-in Factory bietet der Hub mittelständischen Unternehmen aus der Region – und nicht nur solchen aus der Logistik – die Module Process, Place und Community zur erfolgreichen Umsetzung ihrer Innovations- und Digitalisierungsstrategien an.

Netz: www.digitalhublogistics.de

Mail: maria.beck@effizienzcluster.de

LinkedIn:  https://de.linkedin.com/company/digital-hub-logistics

Twitter: @DigiHubLog