Dortmund als neuer digitaler Hotspot

Die Stadt Dortmund hat sich in den letzten Jahren zu einem Hotspot für digital agierende Unternehmen und Akteure entwickelt. Doch was zieht sie in die Ruhrgebietsmetropole?

Martin Kiel, ehemaliger Standortleiter der codecentric AG in der Niederlassung Dortmund, findet für diese Entscheidung viele Argumente. Für codecentric hat er in den letzten vier Jahren den Standort am Hohen Wall aufgebaut und damit einen digitalen Keyplayer in die Stadt gebracht. Das Unternehmen aus Solingen unterstützt Betriebe mit agiler Software-Entwicklung, innovativen Technologien und fachlicher Beratung bei ihrem digitalen Transformationsprozess. Für dieses Vorhaben sah codecentric in Dortmund den perfekten Nährboden. „Ich bin schon seit 2010 in Dortmund unterwegs. Damals, im Kulturhauptstadtjahr, war das Thema Co-Working bereits präsent. Die Dinge, die wir dort bereits besprechen konnten, gingen weit über meine Erwartungshaltung hinaus, und so habe ich über die Jahre besonders aufgrund der starken Ausprägung der Kreativwirtschaft in der Stadt eine Verbindung zu Dortmund aufgebaut“, berichtet Martin Kiel seine Erfahrungen in Dortmund. Aus seiner Arbeit für codecentric heraus entstand so auch der Keim für sein neues Projekt, the black frame, in dem er das aufstrebende Feld des Design Thinking zusammen mit codecentric und anderen Akteuren zum Konzept des Maker Thinking weiterspinnt. 

Dortmund und das Ruhrgebiet im Allgemeinen, so Kiel, sind momentan noch ein „Juwel gegen den Trend“, welches viele wichtige Akteure aus der Szene noch nicht auf dem Schirm haben. „In Dortmund treffen sich die IT-Szene und die Kreativwirtschaft auf eine sehr fruchtbare Weise, was die Community in Dortmund einzigartig macht. Die digitale Szene hier ist sehr offen, es gibt viele Andockpunkte für Entwicklungen und Kooperationen.“ Für diese Gegebenheiten sieht Kiel auch die Technische Universität und die Fachhochschule der Stadt mitverantwortlich.

„Die TU und die FH sind echte Leuchttürme für die IT-Landschaft in Dortmund, weil auch sie durch Forschung immer wieder neue Impulse setzen. Dazu kommt nun auch noch das sich im Umstrukturierungsprozess befindende Hafenquartier, das in Zukunft als großer, vernetzter Pool für digitale Unternehmen und Akteure fungieren wird. Diese Voraussetzungen sind für die erfolg- und ertragreiche Arbeit digitaler Unternehmen natürlich ideal. Co-Workingspaces wie die Digitale Werkbank, in der sich kreative und technisch-orientierte Köpfe treffen und Kommunikatoren miteinander vernetzen können, unterstützen diesen Prozess tiefergehend.“

Martin Kiel, the black frame.

In diesen Punkten stimmt ihm auch Gianina Kratzat zu. Die Studentin aus Berlin ist dem Ruf ihres früheren Dozenten Martin Kiel nach Dortmund gefolgt, um hier mit the black frame das Konzept des Maker Thinking voranzutreiben. Dabei sieht sie einen grundlegenden Kontrast zwischen der Szene in Berlin und der Community in Dortmund. „Der Unterschied zwischen Dortmund und Städten wie Berlin ist, dass die Unternehmen hier nicht nur digitalisieren müssen, sondern auch wollen. Die Betriebe, mit denen ich zu tun hatte, waren für diese Prozesse sehr offen und neugierig. Sie sind gegenüber neuen Trends weniger skeptisch, sondern reagieren eher mit Motivation und Freude“, so Kratzat. „Dadurch entstehen fruchtbare Dialoge und weiterführende Ideen, die wir dann für die Transformation nutzen können“.

Durch diese Entwicklungen und Strukturen schafft Dortmund die perfekten Grundlagen für digitale Prozesse, von denen letztendlich die ganze Stadt profitiert. Denn in Dortmund, so Martin Kiel, wird Digitalisierung durch die vielen kreativen Köpfe nicht zum Selbstzweck, sondern für den Nutzen und die Verbesserung des Stadtlebens eingesetzt.

„Als qualifizierte Unternehmensberater für digitale Technologien und Entwicklungen fühlen wir uns am Standort Dortmund sehr wohl. Wir beschäftigen insgesamt 1100 hochqualifizierte Berater, die genau wissen, wie man Unternehmen schnell, smart und zuverlässig zum Erfolg verhilft. Hier finden wir die optimalen Möglichkeiten, um unser Business weiter voranzutreiben und mit anderen Digitaltreibern am Standort zu kooperieren.“

Jan Blumbach, Principle bei KPS digital GmbH

“Dortmund und das ganze Ruhrgebiet sind eine lebhafte Region. Hier kommen top ausgebildete Expertinnen und Experten, Unternehmen jeder Branche und Größenordnung sowie die ‘Wir machen das einfach’-Mentalität zusammen. Dieses Quirlige passt gut zur adesso AG. Über 2.000 Mitarbeiter unterstützen in Dortmund unsere Kunden auf dem Weg zur digitalen Transformation.”

Prof. Dr. Volker Gruhn, Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats der adesso AG sowie Lehrstuhlinhaber für Software Engineering an der Universität Duisburg-Essen.

Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin “Digitale Woche Dortmund” von August 2019.