Corporate Blogs: Warum sich ein Unternehmensblog lohnt

FRoSTA, Salesforce, G DATA, Thyssenkrupp und Ritter Sport. Das sind nur einige Namen von Unternehmen und Marken, die ein Corporate Blog haben. Durch die Bank verschiedene Branchen von Lebensmitteln, über Software zu Cybersecurity und Technologie. B2B wie auch B2C. Im Grunde gibt es keine Branche, für die es sich nicht lohnt zu bloggen.

Bei den Städten und Gemeinden ist dagegen noch viel Luft nach oben. Zwar gibt es häufig einen Bereich, der als Blog bezeichnet wird aber im Grunde eher einer Newsseite entspricht. Das ist schade, denn die Vorteile eines Corporate Blogs sind extrem vielseitig. Und das Beste: Ein Blog ist unabhängig von sozialen Netzwerken und kann einem nicht weggenommen werden? Neugierig geworden? Super, denn in diesem Artikel zeige ich dir, warum sich ein eigenes Unternehmensblog für Unternehmen, Organisationen, Städte und Gemeinden lohnt. Und, worauf es bei einem guten und damit erfolgreichen Blog ankommt.

Was ist ein Corporate Blog?

Ein Corporate Blog oder Unternehmensblog wendet sich mit seinen Inhalten an Bewerber, Mitarbeiter, (potenzielle) Kunden, Investoren, Partner, Journalisten, Lieferanten usw. Es gibt interne und externe Blogs. Interne Blogs richten sich in der Regel an die Mitarbeiter und sind über das Intranet zu erreichen. Im Gegensatz zu den externen Unternehmensblogs sind sie nicht öffentlich. Viele externe Unternehmensblogs werden von Agenturen und oder der Kommunikationsabteilung einer Organisation betrieben. Sie schreiben die Artikel, gestalten diese und veröffentlichen sie über soziale Netzwerke, den Newsletter und die eigene Website.

Wie unterscheiden sich Unternehmensblogs von privaten Blogs?

Der Unterschied zu einem privaten Blog ist, dass die Themen  in erster Linie einen Bezug zum Unternehmen haben und normalerweise keine oder nur wenig private Interessen vertritt. Natürlich schreiben Mitarbeiter manchmal auch über ihre Hobbies, erzählen von ihrem beruflichen Werdegang oder geben Einblicke in ihr Privatleben. Aber sie tun dies aus der perspektive des Mitarbeiters und nicht als reine Privatperson. Der Bezug zum Unternehmen ist immer erkennbar. Damit zeigt sich das Unternehmen menschlicher und lässt einen Blick hinter die Kulissen zu. Bei einem privaten Blog steht in der Regel eine bestimmte Person dahinter, die über ihr Tun, Hobby oder berufliche Tätigkeit berichtet. Es gibt unter anderem Näh-, Food-, oder Mütter-Väter-Familienblogs. Ebenso gibt es verschiedene Formate bei den Unternehmensblogs wie News-Blogs, Kampagnenblogs, Mitarbeiterblogs und manchmal auch Mischformen. Nicht immer kann streng getrennt werden und soll es auch nicht. Wichtig ist immer zu wissen: An wen wende ich mich mit meinen Inhalten und warum? Dann können auch gerne mehrere Themen in den Artikel gespielt werden – solange sie relevant für die Leserschaft sind. Diese Regel gilt allerdings für Privat- und Corporate Blogs gleichermaßen.

Welche Vorteile bieten Unternehmensblogs?

Der größte Vorteil eines Blogs ist die Unabhängigkeit von Portalen. Ein paar Beispiele: Facebook ändert mal wieder den Algorithmus, Google+ wurde abgeschafft, neue Netzwerke entstehen und auch Suchmaschinen erhalten immer wieder neue Updates. Als Nutzer sind wir von den Entscheidungen der Netzwerke und Plattformen abhängig. Vollständige Kontrolle behalten wir aber mit unserem eigenen Blog: Wir entscheiden, wann, was, wie und wo erscheint.  

Ein Blog zahlt auf die Suchmaschinenoptimierung ein. Die Inhalte von Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest oder Foren sind zwar teilweise auf Google und anderen Suchmaschinen zu finden. In vielen Fällen brauchen die User dennoch einen Zugriff auf diese Plattformen. Ein Blog ist durchgängig ohne Barrieren über das Internet aufrufbar. Die Artikel werden in den Suchmaschinen gelistet und können sich gut positionieren.

Das Blog als Zentrum der Kommunikation: Auf dem Corporate Blog sammeln sich die Inhalte zu neuen Produkten und Dienstleistungen, zu Messebesuchen, Berichte von oder über Mitarbeitern, Themen aus der Branche und Einblicke in das Unternehmen. Von hier aus können die Startseite, Infos zum Vertrieb oder Marketing und der Presse verknüpft werden. Das große Ziel sollte es sein, diese Inhalte über die sozialen Netzwerke und auf Plattformen zu spielen, um dann interessierte Bewerber, Mitarbeiter, Partner, Journalisten auf das Blog zu ziehen. Und hier sind dann die weiterführenden Informationen. Das Blog bietet auch in Krisenzeiten gute Möglichkeiten, um diese zu managen. Beispiel: Anita Freitag-Meyer vom Keksblog hat ihr Blog in einer Krise aktiv dafür genutzt und später einen Preis für ihr hervorragendes Krisenmanagement gewonnen.

Bewerber finden und ansprechen: Die Westfalen AG, das Technologieunternehmen aus dem Münsterland, ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Es nutzt sein Mitarbeiterblog für das Employer Branding. Seit es das Blog gibt, konnte die Personalabteilung feststellen, dass die Bewerbungen wesentlich differenzierter sind. In den Vorstellungsgesprächen zeigte sich, dass sich die Bewerber im Vorfeld über das Blog intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt haben und sehr genau wussten, was sie bei der Westfalen AG erwartet. Ein Blog kann helfen, die Unternehmensmarke zu stärken, für Bewerber attraktiver zu sein und sich gegenüber Mitbewerbern positiv abzugrenzen. Pro Tipp: Schau mal in deiner Branche, welches Unternehmen bloggt und wie. Ich wette, die Menge ist überschaubar. ; )

Marketing erweitern und Vertrieb unterstützen: Eingebunden in die Kommunikation des Unternehmens unterstützt ein Blog die Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Mit Beiträgen, die die wichtigsten Fragen von Kunden, Bewerbern und Investoren beantworten, wird Vertrauen geschaffen. Vertrauen ist die Basis, um zu kaufen oder sich zu bewerben. Und Kommunikation funktioniert immer noch von Mensch zu Mensch. Gute Artikel sorgen für Klicks, Conversion und Sichtbarkeit im Netz. Manche Blogs erweisen sich darin als so gut, dass Kosten für Marketingaufgaben teilweise entfallen können. Mit unter können die Kosten für diese Bereiche sogar ganz wegfallen. Einfach weil das Blog diese Aufgaben übernimmt. 

Influencermarketing: Ein gutes Corporate Blog kann auch die Arbeit mit Influencern fördern und unterstützen. Viele Multiplikatoren fühlen sich eher angesprochen Kampagnen zu unterstützen, wenn sie wissen, dass das Unternehmen bereits ein Blog hat. Denn eine Vielzahl dieser Multiplikatoren bloggen selbst.

Was macht ein gutes Corporate Blog aus?

Kurz gesagt: Persönlichkeit, hervorragende Inhalte, regelmäßige Beiträge und Suchmaschinenoptimierung. Dazu gehört auch moderne Technik, wie eine URL, die mit https anfängt und Blogs, die auf mobile Endgeräten abgestimmt sind.

Damit es hervorragende Beiträge auf einem Blog gibt, muss im Vorfeld klar sein, an wen sich das Unternehmensblog wenden soll. Wer ist die Zielgruppe? Was soll das Blog konkret erreichen? Wie sollen die Ziele erreicht werden?

Kurzum: Kein Blog ohne Strategie und Konzept. Alles andere ist nur rausgeschmissenes Geld und dann kann man es auch lassen.

Mobile only: Ein Blog, das heute nicht auch via Smartphone und Tablet gut zu lesen ist, braucht erst gar nicht online gehen. Google hat die Devise „mobile first“ bestimmt und wenn ein Blog diese Anforderungen nicht erfüllt, wird es von den Suchmaschinen schlechter bewertet. Mit dem Stand der Technik mitzugehen, halte ich ebenso für wichtig, wie Vorgaben von Gesetzgebern zu folgen.

Hilfreiche und interessante Artikel: Ein Artikel, der Lösungen für ein Problem anbietet, unterhält, Informationen bietet, lebendig geschrieben ist und weiterführende Inhalte empfiehlt, ist ein guter Beitrag. Ein Leser sollte nach dem Lesen eines Blogposts schlauer sein als vorher. Wenn das der Fall ist, dann hast du alles richtig gemacht.

Regelmäßige Beiträge: Regelmäßig bedeutet kontinuierlich. Such dir einen Tag oder zwei Tage in der Woche/Monat aus, an dem/denen du publizierst. Klar, im beruflichen Alltag ist das Veröffentlichen von zweimal wöchentlich häufig schwierig. Allerdings wächst das Blog schneller und gewinnt eher Leser als einmal die Woche. Du kannst auch alle 14 Tage einen Artikel rausbringen. Wichtig ist: Such dir einen festen Termin aus und bleib erst einmal dabei. Werte nach und nach deine Google Analytis oder Piwik-Zahlen aus und beobachte, an welchen Tagen die meisten Zugriffe verzeichnet sind. Sei flexibel aber beständig. Vier Wochen lang regelmäßig publizieren, dann wieder zwei Monate Pause, um dann wieder für zwei Wochen einen Beitrag zu bringen, ist Quatsch. Dann lass es. Besser ist, du produzierst Artikel vor und veröffentlichst sie dann nach und nach. So hast du genug Puffer für weitere Artikel, die du schreiben kannst. Denk auch an Optionen wie Gastartikel oder das Aktualisieren von bereits erschienen Beiträgen. Das gibt dir wieder Zeit für eigene Posts, du hast frischen Content und hältst deine Beiträge aktuell.

Artikel müssen lesbar sein: Absätze, Zwischenüberschriften, Verlinkungen auf weiterführende Artikel von dir bzw. von anderen Websites bieten ein höheres Lesevergnügen. Mit Videos, Zitaten und Bildern lockerst du deinen Artikel auf und verhinderst Textwüsten. Sei auch kritisch, diskutiere Themen und zeig das du dich in deiner Branche auskennst. Du darfst auch kontrovers sein, solange du deine Meinung bzw. die deines Unternehmens verargumentieren kannst. Einfach Kritik raushauen ohne Begründung ist ein No-Go.

Kommentarfunktion: Ein gutes Blog bietet eine Kommentarfunktion. Ein Blog ist Dialog. Alles andere nur ein Monolog. Mit den Lesern zu sprechen, ihre Meinung zu hören und Wünsche wahrzunehmen, gehört zu einem guten Blog. Angst vor Kritik ist meiner Meinung nach kein Argument, das gegen ein Blog spricht. Dann braucht es auch keine Website oder Kanäle in den sozialen Netzwerken. Im Netz wird eh über einen gesprochen. Dann ist es nur sinnvoll zu prüfen, was und wie, um im Falle eines Falles reagieren zu können. Auch über das Blog. Die oben genannten Corporate Blogs machen vor, wie es geht.

Ich halte noch mal fest:

  • Ein Blog braucht Strategie und ein Konzept
  • Imageunterstützung
  • Sichtbarkeit für Kunden, Bewerber und Partner in den Suchmaschinen
  • Abgrenzen von Mitbewerbern
  • Unterstützung von Marketing und Vertrieb
  • Förderung des Employer Brandings
  • Stärkung der Mitarbeiterbindung
  • Unabhängigkeit von sozialen Netzwerken und der Presse
  • Zusätzlicher Kanal in Zeiten von Krisen

Ich hoffe, ich konnte dir nicht nur die Vorteile eines Corporate Blogs vermitteln, sondern auch ein paar Tipps geben, was ein gutes Blog ausmacht. Viel Spaß dabei!

Über die Autorin

Daniela Sprung
Fotografin: Anke Sundermeier
Daniela Sprung ist Bloggerin, Content-Marketing & Social-Media-Managerin. Sie hat mehrere Jahre ein Corporate Blog in der Schweiz führend geleitet und berät Unternehmen sowie Selbständige zu Blogs, Corporate Blogs und Social Media. Als Speakerin und Dozentin vermittelt sie ihr Wissen rund um die Bereiche Blogs und Social Media. Mit ihren beiden Eventformaten Blog4Business und dem Corporate Blog Barcamp bringt sie Macher und Interessierte zum Thema Corporate Blog zusammen

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